Weiß-Blau München e.V.

18.09. bis 26.09.2010 zum Almabtrieb in’s Allgäu

Es war ein sehr schöner Sonntagmorgen, als wir uns auf den Weg über Landsberg, Füssen, Reute und über den Gaichtpass in’s schön gelegene Nesselwängle machten. Im Ort selbst war bereits mächtig viel los, denn heute sollte ja das Almvieh ins Tal kommen. In der Ortsmitte am Feuerwehrhaus empfingen uns unsere bereits angereisten Clubfreunde. Gegen 13.00 Uhr sollten die Rindviecher durch den Ort getrieben werden, doch unsere Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt. Nur eine kleine Herde, leider durch einen Bergunfall nicht geschmückt, marschierten durch die Gassen von Nesselwängle. Etwas enttäuscht fuhren wir auf unseren Stellplatz, dem Campingplatz „Bergheimat“ in Oberjoch. Den Abend ließen wir in der Kaminstube des Platzes ausklingen.

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Laut Programm war heute – Montag – eine Bergwanderung angesagt. Bereits am frühen Vormittag starteten wir, vorbei an schönen Bergwiesen, auf den 1500 m hoch gelegenen Berg Iseler. Natürlich durfte die Einkehr in der Iseler Platzhütte nicht fehlen. Ausgiebig genossen wir die herbstlichen Sonnenstrahlen. Den Abstieg machten wir über die Fahrstraße, sodass wir so gegen 16.00 Uhr wieder auf unserem Stellplatz eintrafen. Den Abend ließen wir am schönen Lagerfeuer mit einigen Schoppen vom guten Roten ausklingen.

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Mit dem Postbus fuhren wir am Dienstag nach Tannheim, denn hier sollte einer der schönsten Almabtriebe stattfinden. Herrlicher Sonnenschein lockte uns zu einer kleinen Wanderung an den nahegelegenen Vilsalpsee. Unterwegs konnten wir auch sehr schön die Bergbauern beim schmücken der Kühe beobachten. Eine Herde nach der anderen machte sich auf den Weg nach Tannheim. Wir leisteten uns noch eine Einkehr am sehr schönen Vilsalbsee. Durch den schönen Bergwald liefen wir zurück und der Postbus brachte uns nach einem schönen Tag wieder nach Oberjoch.

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Heute, Mittwoch, reisten unsere Freunde Renate und Werner ab. Der Rest machte sich ebenfalls auf, denn laut Programm war Scheidegg im Allgäu unser nächstes Ziel. Vorbei an Bad Hindelang, Immenstadt und Lindenberg landeten wir am sehr schön gelegenen Stellplatz am Kurhaus in Scheidegg. Nach den üblichen Eincheckarbeiten genossen wir noch die letzten Sonnenstrahlen und den herrlichen Blick auf das Bergpanorama. Eingeladen vom Kurhaus, spielten wir noch eine Runde Minigolf, an der wir viel Spaß hatten. Der Abend wurde sehr lustig, denn eine Damenkapelle spielte heimische Volksweisen und klopfte kräftige Witze im Scheidegger Panorama-Gasthof. Der schöne Vollmond begleitete uns auf dem Heimweg zu unserem Stellplatz.

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Laut Wetterbericht sollte es heute – Donnerstag – vorerst der letzte schöne Herbsttag werden. Wir beschlossen, eine schöne Wanderung rund um Scheidegg zu machen. Die rund 15 Kilometer durch dieses Allgäuer Wanderparadies absolvierten wir in ca. 6 Stunden inkl. einer kleinen Einkehr. Etwas erschöpft aber  glücklich trafen wir wieder am Stellplatz ein. Abends fand im Kurhaus das Lustspiel „Drei Weiber und ein Gockel“, gespielt vom Scheidegger Heimatverein, statt.

Leider fällt an schönen Plätzen der Abschied immer sehr schwer. Doch am Freitag ging unsere Reise wieder weiter. Unser neues Domizil für die nächsten Tage sollte der Campingplatz „Grüntensee“ sein. Soeben angekommen und schon rollten wir mit unseren Rollern los, um die Gegend rund um den See bei schönem Wetter zu erkunden. In Maria Alm fanden wir ein sehr schön gelegenes Gasthaus mit herrlichem Blick auf die Ammergauer und Lechtaler Bergwelt. Der selbstgebackene Kuchen der Gastwirtin hatte es uns angetan. Über Nesselwang fuhren wir zurück zum Grüntensee.

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Nun kam was kommen musste: „ Regen“. In der Nacht zum Samstag prasselte der Regen nur so auf unsere Wohnmobile, an schlafen war nicht zu denken. Aber ein echter Camper kennt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter. Gut gerüstet legten wir morgens  los und marschierten nach Haslach, um auch dort noch einmal  eine Viehscheid mitzuerleben. Wieder ein großer Unterschied zu den letzten Almabtrieben. Drei größere Herden wurden von Hirten in ein Gatter getrieben, von wo aus die Verteilung bzw. Verladung zur Heimreise in den Heimatstall vonstatten ging. Ein lustiges Schauspiel für die Gäste, jedoch sehr harte und auch gefährliche Arbeit für die Bauern, die jungen Rindviecher einzufangen. Eine traditionelle Albhornbläsergruppe passte sehr gut zu dieser, jedes Jahr um diese Zeit statt findeten Veranstaltung.

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Eine wunderschöne dreiteilige Ausfahrt war zu Ende. Am Sonntag stand die Heimreise auf dem Plan.

Ricci Ott

Bilder: B.L.